Schöne und gesunde Zähne - ein Leben lang?
Kein Problem mit der richtigen Pflege: So funktioniert's
Kraftvoll zubeißen und schön lächeln? Gepflegte Zähne sind für
85 Prozent der Deutschen das Hauptkriterium für Attaktivität. Fakt
ist aber, dass uns die Krankenkassen im Kampf gegen Karies & Co.
immer weniger unterstützen. Einzige Rettung: richtige Vorbeugung.
Dr. Rudolf Ridl, Zahnarzt und Buchautor aus Fürth ("Sanfte Medizin
für Ihre Zähne", Bauer, 15 Euro) erklärt, wie Sie Ihre Zähne am
besten pflegen:
Zweimal täglich reicht!
Nach dem Essen ordentlich schrubben? Haben wir so gelernt - ist
aber falsch, denn: Bei häufigem und zu kräftigem Putzen wird zu
viel Zahnschmelz abgetragen. Es reicht aus, morgens und abends zu
putzen. Besonders anfällig sind die Beißerchen nach dem Genuss von
Obst oder Saft. Warten Sie mindestens 30 Minuten mit dem Bürsten,
bis die Fruchsäure im Mund neutralisiert ist. Statt gleich die
Zahnbürste zu zücken, lieber einen zuckerfreien Kaugummi kaufen -
das regt den Speichelfluss an und hilft, schädliche Säuren abzubauen.
Wichtig: Achten Sie auf eine flouridhaltige Zahnpasta. Sie
bekämpft Plaquebakterien und härtet den Zahnschmelz. Und checken
Sie nach, welcher Wirkstoff in Ihrer Zahncreme steckt: Aminflourid
(z.B. in Meridol) bietet mehr Schutz als Natriumflourid.
Elektrisch oder per Hand?
Es ist Geschmacksache, ob Sie mit einer elektrischen Bürste zu Werke
gehen oder auf die manuelle Methode vertrauen. Wichtig ist, dass die
Borsten nicht zu hart sind (optimal: weich bis mittel) und der Kopf
alle acht Wochen gewechselt wird. Neu sind schallbetriebene
Elektrobürsten (z.B. "Sonicare Elite", Philips, um 150 Euro), die
Beläge und Verfärbungen viermal schonender lösen, als übliche
Verfahren. Grundsätzlich ist die beste Technik: erst sanfte
Rüttelbewegungen am Zahnfleischrand, dann über den Zahn
ausstreichen und kreisend die Kauflächen reinigen. Danach geht's in
die Zwischenräume, wo die größte Kariesgefahr lauert. Kleine Abstände
werden mit Zahnseide clean, bei größeren kommt die Interdentalbürste
zum Einsatz. Diese spiralförmigen Bürstchen gibt es in verschiedenen
Größen - bei der Auswahl kann Ihnen der Zahnarzt helfen. Übrigens:
Mundspülungen sind zwar toll für frischen Atem, ersetzen aber
keinesfalls die Zahnpflege! Stiftung Warentest fand bei 25 getesteten
Produkten heraus, dass die Wässerchen im Kampf gegen Plaque und Karies
nich wirklich wirksam sind.
Saubere Hilfe vom Profi
Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind Pflicht, mindestens zweimal
im Jahr. Sinnvoll ist auch eine Vorsorgeberatung: Dabei wird z.B. ein
Speicheltest gemacht, der hilft, das persönliche Karies-Risiko
einzuschätzen. Zudem erstellt der Arzt einen individuellen Putzplan.
Neigen Sie zu Problemen, ist alle sechs Monate eine professionelle
Zahnreinigung angebracht. Dabei werden hartnäckige Beläge entfernt
und die Zahnoberfläche poliert. Zum Schluss gibt's eine
Flouridversiegelung. Wer tiefe Furchen in den Backenzähnen hat, die mit
der Bürste schlecht erreichbar sind, sollte diese Fissuren mit
Kunststoff ausfüllen lassen. Außerdem kann der Zahnarzt
Flouridlösungen (z.B. von Elmex) empfehlen. Diese hemmen nachts, wenn
wenig Speichel prodziert wird, die Entwicklung von Plaque.
Schutzfaktoren im Essen Kalium & Phosphat (in Käse) regen die Zahnschmelzbildung an. Vitamin C stärkt das Zahnfleisch: in Orangen, Johannisbeeren. Gerbstoffe in grünem und schwarzem Tee hemmen Karies. Monoterpene wirken gegen Mundgeruch (z.B. in Petersilie). Folsäure (etwa in Spinat) beugt Zahnfleischentzündungen vor. .
Kalzium härtet den Zahnschmelz; extraviel steckt in Sesam. Lentinane verhindern die Plaquebildung (z.B. in Shiitakepilzen). Flour beugt der Kariesentwicklung vor; hoher Gehalt in Lachs. Zahnfleischmassage: Karotten, Lauch etc. gründlich kauen.
Dieser Artikel wurde im Magazin
Freundin veröffentlicht.